Lektionen 1-20 Latein Übersetzungen

L 2: Das Forum erwacht Hier ist der Marktplatz. Das Volk eilt. Aber Marcus steht und schaut sich um. Nun kommt Claudia heran und grüßt: "Sei gegrüßt!" Und Marcus grüßt: "Sei gegrüßt!" Marcus und Claudia schauen sich um: Hier ist das Rathaus. Die Türen stehen bereits offen. Nun kommen der Senator Manlius und der Senator Cassius heran. Die Senatoren treten nicht ein, sondern stehen und diskutieren. Hier ist ein Denkmal, dort sind ein Tempel und eine Statue. Der Prätor sitzt in der Nähe und spricht Recht. Das Volk steht im Kreis herum, Anwälte diskutieren. In der Nähe ist eine Markthalle: Hier sind Geldwechsler, hier klingen die Münzen. Die Händler kommen geran uns rufen. Überall eilen Männer und Frauen, Sklaven und Sklavinnen. L 3: Beim Goldschmied Der Goldschmied ruft: "Kommt heran, Römer! Nähert euch, Herren und Ehefrauen! Tretet ein, Freunde und Freundinen! Schaut! Gold! Silber! Hier sind Ketten, dort liegen Ringe. Weder Armreifen noch Gewandspangen fehlen. Seht! Wie es funkelt und strahlt! Kommt heran und schaut!" Männer und Frauen kommen näher. Claudia ruft: "Beeil dich, Marcus! Komm heran und schau!" Dann kommen Claudia und Marcus heran. Sofort schreit der Goldschmied: "Komm heran und tritt ein, Freundin! Komm heran und tritt ein Freund! Tretet ein, seht und freut euch! Denn drinnen sind Wunderdinge!" L 4: Der feine Herr Senator Während Claudia und Markus den Marktlatz betreten, rufen Sklaven: "GebtPlatz, gebt Platz!" Die Sklaven bringen eine Sänfte. Das Volk gibt auf der Stelle Platz. Der Senator Markus Licinius Calvisius sucht das Rathaus auf. Während die Sklaven die Sänfte abstellen, nähert sich das Volk und güßt den Senator: "Sei gegrüßt, Senator! Sei gegrüßt!" Der Senator schickt die Sklaven weg. Dann begrüßt er sowohl Herren als auch Frauen: "Seid gegrüßt, Freunde und Freundinnen." Auch die Kaufleute grüßt er. Plötzlich aber schweigt er. Warum stutzt er? Was sieht er? Er sieht eine Kritzelei und Wörter: "Et Coma Et Calva defluunt M. Licinius Calvisius." M. Licinius Calvisius wird rot. Denn das Volk schreit: "Ha, ha! Der Glatzkopf Calvisius! Seht den Senator! Sowohl Haare als auch Gehirn wallen herab. Wo sind die Haare? Wo wallen sie herab? Wo ist das Gehirn? Friseure, helft dem Senator, denn er will Gehirn und Haare erwerben!" M. Licinius Calvisius erträgt den Spott nicht mehr und betritt auf der Stelle das Rathaus. L 5: Einkaufen im alten Rom Während M. Licinius Calvisius in die Kurie eilt, gehen die Verkäufer weg und betreiben Geschäfte. Die Herren und Sklaven eilen von der Kurie zum Gemüsemarkt und zum Lebensmittelmarkt. Auf den Märkten diskutieren sie mit den Händlern und kaufen sowohl Getreide, als auch Wein und Käse. Die Sklaven tragenSäcke und Tonkrüge aus den Läden zm Haus. Die Köche gehen mit den Slaven zum Fischmarkt hinunter. Auch Claudia und Marcus gehen hinunter. Auf dem Fischmarkt rufen die Händler: " Rotbarben, Rotbarben! Kauft Rotbarben!" Die Rotbarben liegen auf den Tischen. Plötzlich sehen Marcus und Claudia den Koch Syrus. Syrus kommt zum Tisch heran, ergreift eine Rotbarbe und prüft; dann kritisiert er: "Die Rotbarbe stinkt!" Der Händler ruft: "Lügen! Lügen! Sie stinkt nicht! Seht! Die Rotbarbe atmet noch!" Der Händler ergreift eine Rotbarbe, gibt sie dem Koch zurück - plötzlich liegt die Rotbarbe auf der Straße. In der Tat: nun stinkt sie! L 6: Die Hüterin des heiligen Feuers Plötzlich gehen die Sklaven auseinander, (und) die Händler schweigen. Denn es nähert sich die Vestalin Cornelia mit dem Liktor. Das Volk gibt sofort Platz und grüßt. Sowohl Marcus als auch Claudia grüßen. Dann steigt Cornelia zum Tempel hinauf. Cornelia muss im Tempel sein. Dort bewahrt/schützt sie mit Sorgfalt die Flammen/das Feuer auf dem Altar. Denn die Göttin Vesta ist in den Flammen anwesend. Deshalb darf Cornelia die Göttin nicht mit Nachlässigkeit verletzten. Im Gegenteil – sie bemüht sich die Göttin durch demütige Bitten zu beschwichtigen; denn Vesta schützt die Römer vor Ungerechtigkeiten. Während Cornelia zum Tempel hinaufsteigt, läuft plötzlich ein Sklave herbei. Er zittert und schreit: "Hilf, Cornelia! Hilf!" Der Herr nähert sich bereits: "Der Slave ist ein Dieb! Ergreift den Dieb!" Er bemüht sich den Slaven zu ergreifen. Aber Cornelia tritt dazwischen. Sie befreit den Sklaven vom Herren, beschwichtigt den Herrn mit Worten und mahnt: "Gib Nachsicht! Denn der Sklave sucht den Tempel auf."Und der Herr zögert nicht zu gehorchen, er entlässt den Sklaven. L 7: Zwei "Bettler" wollen Goldschmuck kaufen Marcus und Claudia gehen wiederum zu den Läden hinunter. Dort zeigt der Goldschmied Titus noch immer Wunder. Gaius Caelius und Aulus Calpurnius treten an den Goldschmied heran. Gaius und Aulus: "Seit gegrüßt Titus !" Titus: "Guten Tag, Herren ! Was sucht ihr ? Was verlangt ihr ?" Gaius und Aulus: "Wir suchen Schmuckstücke, denn wir haben vor, unsere Freundinnen zu beschenken. Freundinnen lieben Ringe und Ketten sehr. Titus: "Ihr gebt euer Geld gut aus, Herren, wenn ihr eure Freundinnen beschenkt: Freunde lieben Freundinnen, Gold lieben Freundinnen ! O Amor, o Gold !" Der Golschmied Titus zeigt sofort seine Schmuckstücke. Titus: "Hier zeige ich Ringe, hier zeige ich Ketten. Es sind Wunder. Aber ich mahne: "Freundinnen lieben nicht nur Ringe und Ketten, sondern sie freuen sich auch sehr über Gewandspangen. Was verlangst du Herr? Was suchst du? Gaius: "Du mahnst gut Titus. Ich habe im Sinne eine Gewandspange zu kaufen." Dann fragt Gaius Caelius den Goldschmied nach dem Preis und weicht entsetzt zurück. Gaius: "Verflixt ! Ich bin nicht Krösus. Ich habe das Geld nicht. Titus, du bist ein Halsabschneider!" Aulus: "So ist es. Wir sind arme Männer. Titus, warum hast du kein Mitleid ?" Titus: "Hae ! Hae ! Weder Krösus noch Bettler, sondern Schmeichler seid ihr. Falls ihr kein Geld habt, lebt wohl !" L 8: Im Stadtviertel der armen Leute Claudia: "Ich halte das Licht und die Hitze nicht mehr aus. Jetzt sehne ich mich danach im Haus zu sein. Komm Marcus !" Marcus und Claudia verlassen den Marktplatz. Sie haben im Sinn durch das Subura zum Esquilin zu hinaufzusteigen. Denn dort ist ihr Haus. Sie nehmen den Weg durch die Mietshäuser. Das Subura ist reich an Armen: Hier haben Friseure, Schuster, Wollarbeiter, Töpfer ihre Läden. Die Bewohner eines Mietshauses stehen um Imbissbuden; sie fragen nach Essen und Wein. Ein alter Mann steht bei der Imbissbude und bittet: "Gib Speisen !" Aber der Wirt vertreibt den alten Mann. Marcus und Claudia hören Stimmen, sie nehmen Geräusche war. Plötzlich nähern sich Trunkenbolde und rufen. Marcus warnt: "Eile Claudia ! Auf dem Subura droht Gefahr ! Weißt du das etwa nicht ?" "Ich weiß." Aber Claudia gehorcht nicht; sie hält ihren Begleiter zurück und ruft: "Sieh Marcus ! Dort kommt der Erzieher Xanthippus. Jetzt haben wir einen Beschützer. Hallo Xanthippus !" Der Erzieher hört ihre Stimme und stutzt: "Marcus ! Claudia ! Warum seit ihr im Subura? Kennt ihr etwa nicht die Gefahren ? In dem Subura gibt es nicht nur Arme, sondern auch Täuschung und Morde im Überfluss. Kommt! L 9: In der vornehmen Villa Barbara: Der Herr geht im Innenhof spazieren. Die Herrin schläft im Schlafraum. Sowohl Publius als auch Cornelia schlafen. Wir Sklaven arbeiten, denn der Herr erwartet abends Gastfreunde. Deshalb bereiten wir nun das Essen vor. Hör! Der Koch Syrus ruft uns." Die Sklavinnen eilen in die Küche, aber Syrus nähert sich bereits: "ah, hier finde ich euch. Ich bereite die Speisen, vom Ei bis zu den Äpfeln: Und ihr, ihr schwatzt! Warum helft ihr mir nicht? Kommt mit mir in die Küche!" Nun treten die Sklaven Balbus und Flavus ein. Balbus trägt ein Glasgefäß: "Ich bringe das Wasser, Syrus!" Während er das Wasser darreicht, schubst Mitsklave Flavus heimlich: Balbus stolpert und das Glasgefäß zerbricht. Flavus freut sich: "Seht! Blabus bleibt nicht nur mit der Zunge, sondern auch mit dem Fuß hängen!" Plötzlich steht der Herr im Atrium. Balbus sagt: "Gib Gnade, Herr!" Aber der Herr sagt: " Nicht dich, sondern Falvus tadle ich. Warum verletzt du Flavus immer mit deinen Beleidigungen? Es gehört sich nicht einen Fehler auszulachen. Ich betrafe dich so: Du musst morgen mit uns zur Landvilla weggehen und dort arbeiten." L 10: Eine Fahrt in die Albanerberge Die starken Maultiere ziehen den Wagen. In dem Wagen sitzen Quintus, Cynthia, der Junge und das Mädchen, der Sklave Flavus führt die Maultiere. Die Kinder sehen die großen Grabmäler und stutzen: Dort sind viele alte Grabmäler. Quintus erklärt die berühmten Grabmäler. Cynthia lobt die üppigen Wiesen und die fruchtbaren Felder. Dann zeigt Quintus die Albanerberge: "Dort besitzt Großvater ein großes, schönes Landgut." Später mahnt Cynthia: "Sieh die erschöpften Kinder, Quintus ! Wir müssen das Essen vorbereiten." Quintus hält sofort die Maultiere zurück: "Steigt herab, Kinder !" Während Flavus die erschöpften Maultiere auf die Wiese führt, sitzen Quintus und Cynthia auf der Wiese. Publius und Cornelia bringen einige Speisen aus dem Wagen herbei. Der Sklave bereitet die Mahlzeit; er reicht Essen und Wein dar. Dann steigen sie auf den Wagen und verlassen den Platz. Die Kinder beschweren sich nicht nur über die Maultiere, sondern auch über den langen Weg und die große Hitze. Cynthia aber bemüht sich, die Kinder zu beschwichtigen: "Seht die Berge und die breiten Felder ! Dort erwartet uns Großvater." L 11: Der strenge Gutsverwalter Die Kinder laufen herbei und grüßen die Großmutter. Die Großmutter freut sich und ruft: "Hallo Kinder !" Ich erwarte euch schon lange. Jetzt bin ich fröhlich. Trag das Essen herbei Lydia !" Dann tritt ein bärtiger Mann ein und grüßt mit lauter Stimme. Die Großmutter: "Hallo Eudoxus ! Was ist ?" Weil der Junge und das Mädchen den Mann nicht kennen, erklärt Lydia: "Eudoxus ist Verwalter und hilft Großvater. Denn die vielen, großen Felder gehören zum Landgut. Weil der Großvater schon ein alter Mann ist, muss der Verwalter viel tun." Der Verwalter zeigt die verschiedenen Gebäude: das Haus, die Ställe und die Getreidespeicher umgeben den geräumigen Hof. Ein Maultier bewegt die Mühle. Die Sklaven tragen Getreide aus den Wagen in die Getreidespeicher. Der Verwalter: "Das Getreide ist reif. - Aber was sehe ich ? Einige Sklaven und Sklavinnen rufen und lachen ! Was tut ihr ? Warum arbeitet ihr nicht ?" Sofort hören die Sklaven und Sklavinnen auf zu lachen. Eudoxus: "Ich bin nicht zufrieden; denn Sklaven und Sklavinnen wollen manchmal nicht arbeiten. Ich muss streng sein; deshalb tadele ich Sklaven und Sklavinnen wenn sie schlecht gehorchen. L 12: Ein Sklave beschwert sich Publius hört grossen Laerm. Was ist? Im Viehstall schreit der Verwalter und züchtigt einen Sklaven mit Schlägen. Während der Verwalter zu schlagen aufhört und weggeht, nähert sich Publius und fragt. Der Sklave: "Ich bin Syphax. Der Verwalter tadelt mich immer, er bestraft mich oft. Ich fuerchte die Schläge des strengen Verwalters. Das Leben der anderen Sklaven ist nicht so hart." Publius: "So ist das nicht: Er tadelt auch die Fehler der anderen Sklaven." Syphax zittert: "Aber nun droht mir die Mühle. Ich versuche immer zu gehorchen. Aber die Arbeitsbedingungen sind hart." Publius: "Der Grossvater ist nicht so streng wie der Verwalter. Wirf dich vor den Füssen des Herrn nieder!" Syphax: "Der Herr ist ein alter Mann, ihm fehlt es nicht an Barmherzigkeit; aber ich fürchte den Zorn des wütenden Eudoxus." Publius: "Eudoxus ist streng, wie ich sehe. Aber er muss die Arbeit von vielen Menschen überwachen. Denn die Zahl der Sklaven ist groß; und die Sklaven sind aus verschiedenen Volksstämmen. Du, Syphax, gehorche und sei tüchtig! So fühlst du nicht den Zorn des Verwalters." L 13: Ungleiche Nachbarn Publius und Cornelia gehen auf den Wiesen, welche am Fluss gelegen sind, spazieren. Sie sehen einen Jungen, welcher einige Ziegen hütet. Nun kommt er heran. Cornelia: "Sei gegrüßt! Komm und spiel mit uns!" Der Junge: "Ich spiele selten, weil ich die Ziegen hüete, die ihr hier seht." Publius: "Warum macht nicht einer der Sklaven die Arbeit, die du machst?" Der Junge: "Mein Vater ist ein armer Pächter. Er hat keine Sklaven. Denn unsere Familie, die ein einziger Acker ernährt, ist im Elend." Cornelia: "Warum bittet ihr nicht die Bauern um Hilfe, deren Grundstuecke benachbart sind?" Publius: "Unser Grossvater, dessen Felder und Wiesen du überall siehst, ist ein guter Mann. Bittet unseren Großvater um Hilfe!" Der Junge: "Euren Großvater, der unser Nachbar ist, kennen wir genau. Oft hilft er meinem Vater mit Getreide, das uns fehlt. Manchmal arbeitet Vater auch auf den Feldern, die deinem Grossvater gehoeren. So führen wir ein hartes und elendes Leben." L 14: Armut plagt die Bauern Cornelia kommt zum Großvater und fragt: "Warum leben manche Bauern im Elend? Das Unglück des Nachbarn bewegt mich. Bis jetzt erklärtest du mir nicht das Unglück des Nachbarn." Der Großvater antwortet: "Einst führte das römische Volk viele Kriege. Nicht nur in Italien kämpften wir immer wieder, sondern auch in Spanien und Afrika und Griechenland kämpften unsere Soldaten lange Zeit. Vor allem die Bauern trugen die Lasten des Krieges. Viele Jahre lang waren sie von der Heimat abwesend; in der Zwischenzeit versuchten die Familien der Bauern die Felder zu bestellen. Oft aber waren sie im Elend; denn ohne die Hilfe der Väter mussten sie die Äcker verkaufen. Die anderen Völker nannten uns die Herren der Welt, aber unsere Bauern besaßen kein einziges Stück Land. Die aber viel hatten, wollten auch noch die Äcker der armen Bauern kaufen. Manchmal zögerten sie nicht, die Familien der Bauern aus den Feldern zu treiben. Berühmt ist der Satz von Tiberius Gracchus: Wilde Tiere haben einen Ort zum Schlafen; die aber das Vaterland mit ihrem Körper geschützt haben, haben nichts außer Luft zum Atmen. Damals war auch der Vorfahre unseres Nachbarn in Not; groß waren die Bürden, und dennoch ist er nicht aus Rom weggegangen so wie viele andere. Daher half ich meinem Nachbarn immer. L 15: Der Vesuv ist ausgebrochen Der Kaufmann Lucius kommt mit den Sklaven in den Hof. Der Grossvater: "Sei gegrüßt, Lucius! Aber was ist? Warum hast du geweint?" Lucius: "Wehe! Wie ich sehe, habt ihr nichts von dem grossen Unglück gehört. Wehe! Der Berg Vesuv hat viele Städte, die unterhalb des Berges liegen, zerstört. Asche und Steine haben die Menschen, die in ihren Häusern Zuflucht suchten, bedeckt. Andere, die die Flammen aus den Häusern trieben, löschte der Schwefel in den Straßen aus. Große Wolken haben die Gegend verhüllt. Überall war es Nacht. Auch außerhalb der Städte haben wir Flammen gesehen, weil die Häuser der Pächter brannten." Der Großvater: "Du erzählst schlechte Neuigkeiten. Wie bist du der Gefahr entronnen?" Lucius: "Ich bin mit den Sklaven im Bauernhaus gewesen, das unter dem Berg liegt. Meine Sklaven haben die Gefahr rechtzeitig gespürt. Sofort haben wir uns bemüht, aus dem Haus zu entkommen. So haben wir uns gerettet; das Vieh aber, das ich hatte, hat der entfesselte Berg vernichtet. Nun wissen wir: Auch viele Freunde haben dort ihr Leben verloren." Der Grossvater: "Wir haben nun die schlechte Nachricht gehört." L 16: Das tragische Ende eines Wissenschaftlers Plinius beobachtete die schreckliche Wolke, die über dem Berg war. Der tapfere Mann machte auch sein Schiff bereit, weil er das Wunder aus der Naehe erkennen wollte. Aber ein Bote hat einen Brief von Freunden gebracht, die von Plinius Hilfe erbaten; weil das Haus der Freunde unter dem Berg lag, drohte große Gefahr. Daraufhin Plinius: "Es ist schändlich, Freunden nicht zu helfen. Ich will die Menschen aus der Gefahr retten." Deshalb hat er nicht gezoegert, hinabzusteigen und er hat das Schiff bestiegen. Mit lauter Stimme hat er gerufen: "Den Tapferen steht Fortuna bei!" Weil Asche und Steine das Schiff bedeckt haben, hat Plinius versucht, Stabiae zu erreichen. Dort war noch keine Gefahr. In der Stadt Stabiae lebte der Freund Pomponianus. Plinius ist vom Schiff herabgestiegen, in das Haus des Pomponianus geeilt, hat die Familie des Freundes begrüßt. Weil sowohl die Kinder als auch die Sklaven sehr zitterten, hat Plinius mit heiterer Stimme gemahnt: "Was fürchtet ihr? Ich jedenfalls habe vor, die sonderbare Wolke von hier aus zu beobachten." Dann hat er gespeist, später hat er geschlafen. Die anderen waren nicht so mutig, sondern saßen in trauriger Stimmung im Freien. Überall war es Nacht. Plötzlich aber schwankten die Gebäude und alle sind aus dem Haus zum Strand gelaufen. Am Strand hat der Schwefelgeruch viele Menschen getötet; dort ist auch Plinius umgekommen. Le 17: Die schlimme Nachricht verbreitet sich Auf dem Landgut des Großvaters sind alle traurig, weil der Vesuv so viele Menschen getötet hat; sie nehmen an, dass auch Freunde unter den Toten sind. Selten sagen Boten, dass Freunde ihr Heil in der Flucht gesucht hätten und in Sicherheit seien. Ein Kaufmann aus Capua erzählt, dass auch Plinius, der die Flotte mit seinem Befehl leitete, gestorben ist. Manche sagen, dass Freunde Plinius um Hilfe gebeten hätten. Deshalb hat Plinius den Sklaven befohlen, das Schiff fertig zu machen. Ich glaube, dass Plinius zuerst nach Pompeji, danach nach Stabiae wollte. Wahrscheinlich haben Asche und Steine das Schiff bedeckt. In Stabiae bemuehte sich der tapfere Mann, ein Beispiel der inneren Ruhe zu geben: Pomponianus hat gesagt, dass Plinius heiter gewesen sei. Zwei Sklaven, die am Strand auf Plinius gewartet haben, meinen, dass der Schwefeldampf den berühmten Mann getötet habe. Die nach dem Unglück den Körper des Mannes am Strand gesucht haben, bestätigen, dass der Körper nicht das Aussehen eines Toten gehabt habe; denn sie glaubten, Plinius schliefe nur. Es ist traurig, dass ein solcher Mann tot ist. L 18: Als in Pompeji noch Leben war "Es ist kaum zu glauben, dass so berühmte Städte umgekommen sind, so viele Freunde zugrunde gegangen sind. Neulich bin ich in der Stadt Pompeji gewesen. Überall fand ich heitere Menschen. Ich bin zur Ringerschule gekommen, wo ich den Freund Spurius gesehen habe. Spurius wollte Hilfe von mir; er suchte nämlich seinen Sohn. Deshalb habe ich dem Freund geholfen; beide sind wir durch die Straßen gelaufen. Wir haben den Sohn zufällig auf dem Marktplatz gefunden. Nun hat wahrscheinlich der Vesuv die Familie von Spurius ausgelöscht. Ich habe nämlich nicht gehört, dass Spurius in Sicherheit sei oder sein Heil in der Flucht gesucht habe. Dann bewegten Zirkusspiele die Gemüter aller: In der Wand habe ich die Namen berühmter Gladiatoren gesehen: "Publius Ostorius hat fünfzigmal gesiegt. - Helft Murranus und Cycnus, die dreimal gesiegt haben." Ich glaube, dass nun auch die Gladiatoren tot sind. Schließlich bin ich durch einen breiten Weg zum Forum gelangt. Neben dem großen Theater war das Haus der Gladiatoren. Hier bin ich auf Cornelius Rufus gestoßen, der in der Nähe eine schöne Villa besaß. Dann bin ich lange bei Cornelius geblieben. Nun weiß ich, dass auch Cornelius bei dem Unglück umgekommen ist. Wehe!" L 19: Krawall im Amphitheater "Einst sind viele Menschen aus den Nachbarstädten zu den pompejanischen Spielen gekommen, unter denen auch Bauern aus der Landstadt Nuceria waren. Diejenigen, die im Amphitheater sind, erwarten ein großes Schauspiel. Während die Gladiatoren sich auf den Kampf vorbereiten, singen einige Pompejaner, die die Nucerianer gerne auslachen, Beschimpfungen gegen die Nucerianer. Einer von diesen erträgt die Beschimpfungen der Pompejaner nicht. Während dieser Mann die Pompejaner mit Worten beleidigt, kommen die einen von den Nucerianern ihm mit Geschrei zu Hilfe, die anderen versuchen, die Ihren zu beruhigen. Aber bald fliegen Sitzkissen durch die Arena, zuletzt werfen die Zuschauer Steine. Manche haben auch Waffen bei sich und töten Gegner. Ich weiß, dass die Pompejaner gesiegt haben; denn ihre Zahl war groß. Schließlich beweinten Nucerianer und Pompejaner ihre Toten. Die Nucerianer haben ihre Verwundeten nach Rom gebracht. Dort haben die Senatoren die Pompejaner bestraft: Sie haben entschieden, dass diese zehn Jahre lang keine Spiele mehr machen dürfen. Die Senatoren glaubten, ein gutes Urteil gesprochen zu haben." L 20: Was die Römer von Opfern erwarteten Viele Bürger sind auf dem Marsfeld zusammengelaufen. Überall ist großer Lärm. Die Prozession nähert sich schon der Menge, die ein Sühneopfer erwartet: Maenner, die mit Trompeten spielen, gehen vorwärts. Dann schreitet der Zensor mit Liktoren herein. Dann zeigen Priester dem Volk einen Bullen, ein Schaf und ein Schwein, deren Häupter sie mit Kränzen bedeckt haben. Am Ende der Prozession schreiten Senatoren einher. Das berühmte Spektakel gefällt den Bürgern. Vor dem Altar, der im Marsfeld liegt, bleibt der Zensor stehen und befiehlt den Priestern: "Übergebt mir das Schwein, das Schaf und den Stier". Während der Zensor mit dem Weissager Opfertiere tötet und dem Gott Mars auf dem Altar opfert, singen Priester Lieder. Zuletzt verkündet der Weissager dem Volk das Ende der Opfer. Nun ruft ein anderer von den Priestern mit lauter Stimme: "Mars, dem wir diese Opfertiere opferten, sei dem römischen Volk gnädig! Stehe allen römischen Bürgern bei! Stehe der Stadt Rom und unseren Landhäusern bei! Stehe uns im Krieg bei! Mit diesem Sühneopfer vertrauten wir dir das Volk an."

21.11.07 15:36

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